NETZWERKERINNEN UND NETZWERKER ...

• fühlen sich miteinander verbunden
• können sich in kurzer Zeit miteinander in Verbindung setzen
• informieren sich gegenseitig
• tauschen sich aus (Interessen und Erfahrungen)
• machen einander Mut, Schwellen zu überwinden
• unterstützen sich gegenseitig, Interessen zu verwirklichen
• können einander Nachbarschaftshilfe leisten
• knüpfen neue Beziehungen zu anderen Menschen,
  aus denen gute Bekanntschaften, vielleicht auch neue Freundschaften 
  entstehen können
• regen sich gegenseitig an, kulturelle und soziale Interessen neu für sich zu entdecken
  und mit Anderen zu verwirklichen
• schaffen sich positive Rahmenbedingungen, in denen sich Motivation und
  Kreativität entwickeln können
• entdecken die eigenen schöpferischen Potenziale und bringen sie
  in selbstorgani­sierte Projekte ein
• suchen den Dialog zwischen den Generationen
• pflegen eine Kultur des GEBENs und NEHMENs
• können sich in einer Welt, die voller Hektik ist, wirklich Zeit für einander nehmen

                            "Die Zukunft,  die wir wollen, muss erfunden werden.
                            Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen"
                            Joseph Beuys


    Wir haben für unsere Zukunft vorgesorgt: Wir sind kranken- und rentenversichert, ein „Notgroschen", wenn's später mal finanziell eng werden sollte, ist auch zurückgelegt? Prima!

    Aber wie sieht es mit unserer sozialen Vorsorge aus, den Kontakten zu anderen Menschen? Viele vergessen, dass das soziale Netz im Alter immer kleiner wird. Deswegen ist es wichtig, jetzt, im Hinblick auf den Aufbau eines Bekannten-, Freundes- und Nachbarschaftskreises, rechtzeitig vorzusorgen. Denn: Ob es uns im Alter gut geht, hängt nicht nur von unserer sicheren finanziellen Versorgung und einem zufriedenstellenden Gesundheitszustand ab.
                          
    Wer in soziale Netze eingebunden ist, kann dem Älterwerden gelassener entgegen sehen und ist den Anforderungen des Lebens eher gewachsen.
     
    Das Knüpfen eines Netzwerks mit Gleichgesinnten,  im Sinne sozialer Vorsorge für das Älterwerden, ist besonders für Menschen mittleren Alters interessant.
                     
    Soziales Engagement macht Spaß. Wer sich mit anderen engagiert hat selber etwas davon.
    Warum nicht endlich das tun, wozu man immer schon Lust hatte? Im Netzwerk entscheidet man selbst, welche Aufgaben man übernimmt und wie viel Zeit für das Engagement aufgewandt wird.
    Deshalb heißt es bei uns:

    • ICH FÜR MICH: wenn meine eigenen Bedürfnisse befriedigt sind, kann ich den Blick für anderes öffnen und auf Andere richten
    • ICH FÜR MICH MIT ANDEREN:  Aufbau von oder Teilnahme an Interessen­gruppen mit Gleichgesinnten
    • ICH MIT ANDEREN FÜR ANDERE:  gemeinsames bürgerschaftliches Engagement im Stadtteil, in der Nachbarschaft
    • ANDERE MIT ANDEREN FÜR MICH:  Die soziale Vorsorge greift: Andere sind da, wenn ich mal Unterstützung brauche

    Es gibt bei Netzwerke Wiesbaden 55plus keine Vereinsbindung. Die Teilnahme ist kostenlos und für alle offen, die die Netzwerkziele unterstützen, ungeachtet ihrer parteipolitischen, religiösen und weltan­schaulichen Orientierung.

    Selbstverständnis zum sozialen "Netzwerk55plus" in Wiesbaden

    Unter persönlichen sozialen Netzen werden die Beziehungen eines einzelnen Menschen zu anderen Menschen in seinem sozialen Umfeld verstanden. Diese sozialen Netze verändern sich in unterschiedlichen Lebensphasen. So gilt es nach der „empty-nest-Phase“ (dem Auszug der Kinder), nach dem Austritt aus dem Berufsleben und mitunter einer Trennung oder dem Tod des Ehepartners, sich neu zu erfinden und neue Kontakte zu knüpfen.

    Wer bei der Betrachtung des eigenen Netzwerks bzw. mit Blick auf die Zukunft zu der Einschätzung kommt, dass es löchrig ist bzw. sein wird, sollte heute mit dem Aufbau von neuen sozialen Beziehungen beginnen.

    Das Ziel der Netzwerkarbeit besteht demnach im Aufbau, bzw. Wiederaufbau und in der Stärkung sozialer Beziehungsnetze im unmittelbaren Lebensumfeld. Letztendlich geht es um soziale wie kulturelle Teilhabe im zunehmenden Alter. Es geht um psychosoziale Gesundheit und Zufriedenheit um insbesondere der Einsamkeit und dem oft damit einher-gehenden Rückzug vorzubeugen. Die Lebensthemen Krankheit, Verlust und Tod haben in der Netzwerkarbeit ebenso ihren Platz wie Geselliges und sollen gerade durch die gewachsenen sozialen Kontakte (mit-) getragen werden, u. a. durch Zuhören und individuelle Begleitung.

    Im Netzwerk Wiesbaden55plus bringen die Teilnehmer/innen ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Fähigkeiten ein. Je nach Interesse können im Netzwerk55plus Gruppen-angebote wahrgenommen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eigene Themen mit und für andere anzubieten. Die jeweilige Gruppe gestaltet eigenverantwortlich mit der Kontaktperson die jeweiligen Treffen. So finden Veranstaltungen im Freizeitbereich (Wandern, Stammtische im Stadtteil) bis hin zu speziellen thematischen Treffen (Ahnen-forschung, Philosophie u.a.m.) statt.

    Im Sommer 2018 bildete sich eine aus einem Wahlvorgang entstandene Steuerungs-gruppe, die auf Zeit Verantwortung für die Arbeitsfelder innerhalb des Netzwerk 55plus übernommen hat. Die Arbeitsfelder gliedern sich in drei Verantwortungsbereiche: Organisation und Teilnehmerpflege, Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation sowie Netzwerk-Kultur. Die Steuerungsgruppe vertritt das Netzwerk nach Innen und Außen. Viermal pro Jahr diskutiert sie mit den Teilnehmer/innen in den Netzwerk-Vollversammlungen ihre Vorhaben und lässt über wichtige Entscheidungen und Beschlüsse abstimmen.

    Was macht Netzwerkarbeit der heute „jungen Alten“ für die Zukunft so wichtig ? Sie:

    • dient der sozialen Vorsorge für das Alter. Sie ist sozusagen eine „Sparkasse für soziales Kapital“

    • organisiert sich selbst, ist demokratisch und hierarchiefrei

    • entfaltet die in jedem Menschen vorhandenen Potenziale, Fähigkeiten und Kompetenzen. Sie fördert das einzelne Netzwerkmitglied und kommt zugleich der Gemeinschaft zugute. Netzwerkarbeit leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erwachsenenbildung. Ausgangspunkt sind hierbei die individuellen Lebens-geschichten und Lebenserfahrungen

    • setzt der Knappheit der öffentlichen Mittel die Eigenverantwortlichkeit, Eigeninitiative und kreativen Potenziale älterer Menschen zur Gestaltung der eigenen Lebensqualität entgegen

    • ist grundsätzlich kostenfrei. Beiträge für das Netzwerk sind ehrenamtlich, getragen von bürgerschaftlichem Engagement. Unkosten, die entstehen, tragen die teilnehmenden Mitglieder selbst.

    • ermöglicht die persönliche Weiterentwicklung der an der Entwicklung des Netzwerks55plus beteiligten Personen

    • entspricht dem Zeitgeist und dem Selbstverständnis älter werdender Menschen. Die Sicht auf das „Alter“ als chronologischer, defizitärer Tatbestand wird abgelöst durch den Blick auf Menschen einer bestimmten Lebensphase mit spezifischen Bedarfs-lagen, sozialer Situation und kultureller Orientierung

    • stellt in der nachberuflichen/nachfamiliären Lebensphase eine neue „Produktivität des Alters“ dar. Durch eine mögliche Kooperation des Netzwerks mit Trägern verschiedener Felder im Gemeinwesen kann Netzwerkarbeit praktisches Engage-ment für Alt und Jung bzw. benachteiligte Gruppen im Stadtteil bedeuten. Durch Engagement für sich und für Andere wird das Bild des Alterns in der Gesellschaft aufgewertet. Dadurch tragen die Netzwerker/innen zur „Entdramatisierung“ des demografischen Wandels bei

    • trägt dazu bei, eine neue „Kultur des Alterns“ zu entwickeln. Den vorhanden Potenzialen Einzelner werden im Netzwerk55plus neue Sinnperspektiven aufgezeigt, die sich zum eigenen, ganz persönlichen Nutzen, aber auch zum Nutzen der Gemeinschaft entfalten

    Die vier Leit-Ideen der sozialen Netzwerkarbeit55plus:

    Ich für mich:

    Was steht für mich beim Mitmachen im Netzwerk im Vordergrund?

    Welche persönlichen Interessen/Ziele möchte ich perspektivisch in meinem Leben (noch) verwirklichen? Was sind für mich die zentralen Fragen im Blick auf mein eigenes Älter-werden? Finde ich für meine Interessen, Bedürfnisse und Wünsche Gleichgesinnte/ Mitmacherinnen und Mitmacher? Was gibt es hierzu schon im Netzwerk bzw. was sollte es geben, was könnte aufgebaut werden?


    Ich für mich mit Anderen:

    Ich führe mit anderen eine Gruppenaktivität durch, die mir Freude macht. Dabei lerne ich mich und die anderen im Zusammenwirken (neu) kennen, lerne die Sichtweisen und Wertvorstellungen Anderer kennen. Ich tausche mich aus und finde Menschen die ähnlich „ticken“ wie ich selbst und mit denen ich neue Gemeinschaftserfahrungen machen möchte. Hierzu braucht man manchmal auch einen „langen Atem “ und sollte sich nicht von Frustrationserlebnissen entmutigen lassen.


    Ich mit Anderen für Andere

    Ich übernehme z.B. Mitverantwortung für Gruppenangebote, beteilige mich an Themen innerhalb der Steuerungsgruppe, engagiere mich für Netzwerker/Innen, die selbst nicht mehr so können etc. Der Unterschied zwischen „normalen“ Hobby- und Interessengruppen zu denen im Netzwerk 55plus liegt in einem höheren Grad der Verbindlichkeit unterein-ander.


    Andere mit Anderen für mich

    Es gibt keine Gewähr, aber aufgebaute, sich selbst reproduzierende Netzwerke mit hoch entwickeltem Solidargedanken untereinander bieten gute Chancen für die Hilfe anderer Netzwerker/innen für mich im Bedarfsfall. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen wenn ich durch kontinuierliches Mitmachen/Dabeisein bei Gemeinschaftsaktivitäten im Netzwerk freundschaftliche/mitmenschliche Bindungen aufgebaut habe, die gerade dann tragen wenn ich sie mal brauche.

    In diesen Leitideen kommen also der eigentliche Anspruch und das Selbstverständnis des Netzwerks zur Geltung, die Netzwerkkultur:

    Wer im Netzwerk lediglich das Angebot an kostenlosen Freizeitaktivitäten sieht, denkt zu kurz. Das Netzwerk ist in diesem Zusammenhang eine Organisation, die in der Gegenwart Gleichgesinnte auf der Grundlage ihrer Interessen zusammenführt, um daraus für die Zukunft soziale Beziehungen zu gewinnen, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden können. Diese Beziehungen sind besonders dann von Bedeutung, wenn keine ander-weitigen Kontakte zur Familie oder zu Freunden bestehen.

    Wiesbaden, 04.03.2019 – die Steuerungsgruppe

    Netzwerk Info-Frühstück/ Info-Café

    Wer sich über die Netzwerkarbeit informieren möchte, hat dazu in angenehm-gemütlicher Atmosphäre beim Frühstück oder Nachmittagskaffee Gelegenheit. Im lockeren Gespräch mit aktiven Netzwerkerinnen und Netzwerkern ist Interessantes über deren Aktivitäten zu erfahren.

    Dabei besteht die Möglichkeit auf unkomplizierte Weise mal einfach zu „schnuppern“, die Netzwerk-„Philosophie“ kennen zu lernen, um zu entscheiden, ob man dazukommen möchte.

    Termine und Veranstaltungsorte: Sind  telefonisch unter den Kontaktadressen oder auf unserer homepage zum Infotreff  zu erfahren.

    Möchten Sie mit dem Netzwerk Kontakt aufnehmen,
    so wenden Sie sich bitte mit einer Mail an

    info@netzwerk55plus.de

     

    Es war im Juni 2006:
    Eine Veranstaltung im Rathaus "Zukunftswerkstatt" brachte den Startschuss.
    Eingeladen hatten Wiesbadener Senioreneinrichtungen unter dem Dach der "Akademie für Ältere":
    "Leben Aktiv Bereichern" - die LAB
    das Nachbarschaftshaus
    das Amt für Soziale Arbeit - Abteilung Senioren.

    Eine gemeinsame Busfahrt im November 2006 brachte den Durchbruch: In Düsseldorf haben Netzwerke eine längere Tradition und geben ein eindrucksvolles Bild lebendiger Netzwerktätigkeit. Ihre Leitidee hat uns beflügelt...

    Bunte Bilder mit Initialzündung: